worden. Befremdlich: Der Anwalt sprach sogar von einer „Zwangsdeportation“. Dabei geht es F. nach N.-Informationen viel besser, als er im Saal vorspielt. Außerhalb der Verhandlung soll er mit einer Ärztin geflirtet und über seinen kaputten Rollstuhl geschimpft haben. Zudem soll er gestern zwei große Teller Nudeln gegessen und gesagt haben: „Das schmeckt mir.“ 37 Heute wird der Prozess mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt.“, 38 sei ein perfider Hetzartikel, in dem der Kläger bereits umfassend vorverurteilt werde. Der Kläger werde (unzulässig) als „NS-Scherge“ bezeichnet, der im Gerichtssaal den Todkranken spiele, sich theatralisch aufführe und mit einer Ärztin geflirtet habe. Trotz der von allen Ärzten festgestellten Verhandlungsfähigkeit von maximal drei Stunden pro Verhandlungstag werde vermittelt, er spiele seine Erkrankungen in theatralischer Weise vor. Es werde dem Leser ein Bild eines bestialischen Tieres in Menschengestalt vermittelt, der in völliger Gefühlskälte, seine Opfer vor Augen, zwei große Teller Nudeln in sich hineinstopfe und dies – im Gegensatz zum Schweigen über seine eigenen grauenhaften Taten – mit entsprechenden „lobenden Rülpsern“ kommentiere. 39 Mit dem Artikel vom 14.05.2010, 40 „VOR GERICHT SPIELT ER DEN BETTLÄGRIGEN, ALTEN MANN 41 F. singt und lacht im Knast 42 Von O. 43 Er spielt vor Gericht jedes Mal wieder den Schwerkranken. Stöhnt im Krankenbett vor sich hin. Kann angeblich nur drei Stunden am Tag dem Prozess folgen: KZ-Scherge F. (90). Alles billiges Schmierentheater! 44 Denn nach N.-Informationen gibt sich der Kriegsverbrecher in der JVA P. ganz anders. F. ist in der Krankenabteilung im Zimmer K0 23 untergebracht. Und dort munter unterwegs. 45 „Er läuft ganz normal im Zimmer auf und ab. Geht auch oft alleine aus der Zelle. Als wir die Bilder aus dem Gerichtssaal sahen, wie er sich dort gibt, haben wir nur gelacht“, sagt ein Informant gegenüber N.. 46 Einmal habe er im Knast sogar vorgemacht, wie er als Soldat marschierte. „Ich jetzt Admiral“, habe F. in gebrochenem Deutsch gesagt und gelacht. 47 Überhaupt sei der Kriegsverbrecher, den im Knast alle nur F. rufen, gut gelaunt. Er habe viele Postkarten aus der ganzen Welt bekommen. „Die hängen an der Wand“, so der Zeuge. „Einer russischen Krankenschwester hat er ein russisches Lied geschrieben.“ Und es ihr in der Zelle gleich vorgesungen. 48 Oder er habe aus Spaß wie ein Hund gebellt. Und zu einem Mitgefangenen gesagt: „Du bist Hund.“ An seinem 90. Geburtstag verteilte er den Kuchen unter den Häftlingen der JVA P.. Ernst würde der KZ-Scherge immer dann, wenn er über den Prozess spricht. „Alle gegen mich.“ 49 Auch über den Hauptbelastungsbeweis, den SS-Ausweis aus dem KZ-E. von 1943, habe er gesprochen: „Das mein Foto“, bestätigte er. Und hätte sofort einem Gefangenen gedroht: 50

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