351 Dafür, dass der Angeklagte fest dazu entschlossen war, einen Politiker, eine Politikerin oder eine Person des öffentlichen Lebens zu töten, spricht insbesondere die Tatsache, dass er sich am 22. Juli 2016 in die Tiefgarage des Gebäudes G-Straße ... in Stadt16 begab, in dem die Räumlichkeiten der Amadeu-Antonio-Stiftung liegen, in welchen Anetta Kahane tätig ist, und mit seinem Mobiltelefon dort geparkte Fahrzeuge so fotografierte, dass ihre Kennzeichen erkennbar waren. Der Angeklagte hat eingeräumt, dort gewesen zu sein und diese Fotos gemacht zu haben. Dies haben auch die in Augenschein genommenen Fotos und die Angaben des Zeugen KHK Nachname1 bestätigt, der geschildert hat, dass diese Fotos auf dem Samsung Galaxy S5 Mini des Angeklagten gesichert worden seien und die Ermittlungen ergeben hätten, dass diese in der Tiefgarage der G-Straße ... in Stadt16 aufgenommen worden seien. 352 Der Angeklagte hat angegeben, er habe sich am 22. Juli 2016 zu den Räumlichkeiten der Amadeu-Antonio-Stiftung begeben, da er unangekündigt mit Anetta Kahane habe sprechen wollen. Dies mache er bei Personen, die ihn interessierten, öfter. Durch spontane Ansprachen entstünden die interessantesten Gespräche. Dies habe er etwa beim Autor David Icke so gemacht, den er mehrfach - ebenfalls ohne Ankündigung - auf der Isle of Wright versucht habe aufzusuchen, bis es ihm schließlich gelungen sei. Auch sei er am 28. Juli 2016 bei der russischen Staatsangehörigen Name16 in Stadt8/Frankreich ebenfalls unangekündigt zu einem Gespräch erschienen, wobei er auch dort Lichtbilder vom Ort des beabsichtigten Treffens gefertigt habe, um zu dokumentieren, dass er - gegebenenfalls erfolglos - versucht habe, ein Gespräch zu führen. Auch den Zeugen Name17 habe er unangekündigt aufgesucht, um sich mit diesem über seine Theorien und auch über die von diesem erfundene "Dunkeltherapie" auszutauschen. Dass er sich unter seinen Notizen zum Lebenslauf von Frau Kahane eine Lageskizze angefertigt habe, sei seinem Beruf als Soldat geschuldet, da Soldaten häufig solche Pläne anfertigten. Als er von Mitarbeiterinnen der Stiftung abgewiesen und über die örtliche Abwesenheit von Anetta Kahane informiert worden sei, habe er im Treppenhaus die Tür zu der im Gebäude liegenden Tiefgarage entdeckt, sie betreten und sich umgeschaut und sodann von den dort parkenden Autos Fotos aufgenommen. Es habe ja sein können, dass er Anetta Kahane zufällig in der Tiefgarage antreffen würde. Außerdem hätten ihm die Fotos eventuell dabei helfen können, sie später einmal aufzufinden. Es gebe so viele Zufälle im Leben. So sei es schließlich möglich gewesen - so der Angeklagte weiter - dass ihm ein Auto, das er zuvor in der Tiefgarage festgestellt hatte, irgendwo in Stadt16 wieder begegnete und er sodann eine weitere Spur zu Anetta Kahane habe bekommen können. 353 Diese Einlassung ist nicht plausibel. So war schon - auch aus Sicht des Angeklagten - nicht zu erwarten, dass Anetta Kahane mit einem ihr unbekannten Mann, der sie in einer Tiefgarage anspricht, ein ernsthaftes Gespräch führen würde. Es mag zwar sein, dass der Angeklagte - wie von ihm angegeben - das Auto von David Icke auf der Isle of Wright anhand von Fotografien bzw. Videos erkannte und damit die Bestätigung erlangte, dessen Wohnhaus gefunden zu haben. Wie er aber in der Dichte des Großstadtverkehrs Stadt16s mittels der in der Tiefgarage gefertigten Aufnahmen Autos hätte wiedererkennen können, hat er nicht zu erklären vermocht. 354 Hinzu kommt, dass David Icke und Name16 auch nach den Schilderungen des Angeklagten Auffassungen vertreten, die mit den Ansichten des Angeklagten vereinbar sind, während Anetta Kahane in der Öffentlichkeit insbesondere durch ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus hervortritt und deshalb dem Feindbild des Angeklagten entspricht. 355 Auch die Aussage des Zeugen Name17 hat keine Erklärung für den Besuch des Angeklagten im Bürogebäude von Anetta Kahane und den in der Tiefgarage gefertigten Fotos von den Fahrzeugen erbracht. Der Zeuge hat geschildert, dass vor einigen Jahren ein Mann unangekündigt bei ihm aufgetaucht sei, da er sich für seine Therapiemethoden, insbesondere die Dunkeltherapie interessiert habe. Zwar mag es sich bei dem von dem Zeugen geschilderten Mann um den Angeklagten gehandelt haben. Der Zeuge Name17 hat sich aber in seinen Büchern ebenfalls mit einer "Herrschaft der Echsen" über die Menschen beschäftigt, so dass auch hier ein Gleichklang der Gedanken mit dem Angeklagten naheliegend ist, was aber, wie ausgeführt, nicht für Anetta Kahane gilt. 356 Überdies hat der Angeklagte nicht erklären können, warum er in Anbetracht des Umstandes, dass er Anetta Kahane am 22. Juli 2016 nicht angetroffen hatte, nicht zumindest bei einem seiner wegen seiner Beziehung zu der damals in Stadt16 lebenden Zeugin L häufigen Aufenthalte in Stadt16 noch einmal den Versuch unternahm, sie während der Geschäftszeiten in ihrem Büro anzutreffen. Seine Antwort auf einen entsprechenden Vorhalt, er habe Anetta Kahane nicht mehr aufgesucht, weil er kein so großes Interesse an ihr gehabt habe, widerspricht dem Aufwand, den er mit dem Fertigen der Lageskizze, der Fotos und der Notizen betrieben hatte. Soweit der Angeklagte angegeben hat, dass die Liste auf der Rückseite des Zettels, auf dem sich u. a. die

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