280 In der oben unter B II 2 a) bb) (1) (b) genannten Datei "Systemverständnis.doc" vom 31. Oktober 2014 findet sich auch die Gleichsetzung "Terrorist bedeutet Freiheitskämpfer." Daraus schließt der Senat, dass der Angeklagte Gewalt als Mittel zur Durchsetzung seiner politischen Vorstellungen befürwortete. 281 Der Angeklagte hat auf Vorhalt eingeräumt, dass er zudem die Notiz "Keine Partei gründen, da Teil des Systems" verfasst habe und Parteien als problematisch ansehe. 282 Ende des Jahres 2016 oder Anfang des Jahres 2017 schrieb der Angeklagte - was er auf Vorhalt bestätigt hat - in sein schwarzes Notizbuch (mit einer von ihm vorgenommenen Streichung): "Wenn wir uns zum Schäfer der Schafe die Führung über unser Volk, über uns selbst wieder haben wollen, müssen wir entweder genauso wie sie es mit uns gemacht haben: Dieses verlogene System zu unseren Gunsten auszunutzen, Schlüsselpositionen ausschalten und es infiltrieren oder das gesamte System zerreißen. Beides geht nicht, wenn wir es bei Worten belassen. leider [...]". Der Eintrag enthält zwar selbst kein Datum, die zeitliche Einordnung ergibt sich aber daraus, dass der Eintrag auf der folgenden Seite mit den Worten "5. - 7. Mai 2017 Frühjars Tagung" beginnt. 283 Diese Ablehnung des politischen Systems und die Überzeugung, dies durch eine politisch wirksame, aber nicht mit den Mitteln der Politik bewirkte Handlung verändern zu wollen, wird in weiteren Aufzeichnungen bestätigt. In einer am 23. November 2016 aufgenommenen Audiodatei artikulierte er, es werde "ein Rassenkrieg gegen das deutsche Volk und Zentraleuropa" geführt, es gebe "einen größeren Plan [...] des politischen Zionismus". "Zionisten" seien dabei nicht nur Personen jüdischen Glaubens, sondern jene, die sich an diesem "Rassenkrieg" beteiligen. Dieses System müsse bekämpft werden. Man dürfe das "Spiel nicht mehr nach ihren Regeln spielen", "viel Zeit bleibt nicht mehr". Die "BRD" würde "sich zwar Deutschland nennen, irgendwo in ihrem künstlichen Namen", aber sie sei nicht Deutschland und vertrete nicht das deutsche Volk. "Wir müssen uns um uns selbst kümmern", resümiert der Angeklagte schließlich. Der Auftrag aller "freien Völker der Erde" sei es, sich zusammen zu schließen und gegen "diese Kabale" vorzugehen und sie zu vernichten. Man dürfe nicht aufgeben. 284 Dies korrespondiert mit Notizen zu dem oben schon genannten Vortrag beim sogenannten "Preußenabend" vom 15. Dezember 2016. In diesen schrieb er, es gehe "hierbei nicht nur um Deutschland, es geht um Alles und an uns liegt es". Auf die dort notierte Frage: "Was wollen Sie tun?" antwortet er "Das kann ich hier nicht so offen sagen". 285 Dass der Angeklagte es nicht bei Worten belassen wollte, sondern die Anwendung von Gewalt in Betracht zog, wird zusätzlich durch den Inhalt eines DIN-A4 Zettels belegt, der neben weiteren Unterlagen in einer schwarzen Fächermappe in seinem PKW aufgefunden wurde. In diesem Dokument zählte er neben Stichpunkten wie "Rucksack Erding ordnen", "E-Mailadressen zusammentragen", "gmail‘ "alles ordnen und bereitlegen" auch anstehende Aufgaben wie "Einrichten GPS-tracker + Abhör Wanze", "Molotow Cocktails herstellen", "Handgranate", "Sprengung des Rothschild-Steins in FFM", "Wenn Frau Haverbeck ins Gefängnis, dann Befreiungsaktion" und "Feuerzeugexplosionen ausprobieren" auf. Dass er die Liste in seinem dauerhaft genutzten Fahrzeug mitführte, ist ein gewichtiges Indiz dafür, dass er im Begriff war, diese sich selbst gestellten Aufgaben zeitnah zu erfüllen. Die aus dieser Liste hervorgehenden Überlegungen korrespondieren zudem mit seiner Überzeugung, der deutschen Bevölkerung müsse "die Wahrheit" durch eine Aktion vor Augen geführt werden. Auf einem nicht datierten Zettel, der nach Angaben von KHK Nachname2 zusammen mit einem Kassenzettel aus dem Jahr 2015 aufbewahrt wurde, notierte der Angeklagte: "Man kann dem Menschen die größte Wahrheit offenbaren, er wird sie nicht annehmen, wenn sie nicht mit einem auslösenden Event verbunden ist. Sie muss also in einem angemessenen Rahmen präsentiert werden. Es bedarf also einer großen Weisheit, Änderungen und Wahrheiten unabhängig davon annehmen zu können. Dieses Geschenk müssen wir der Menschheit machen. Es besteht darin, das Geschenk der Wahrheit gut zu verpacken." 286 Auch ein undatierter Notizzettel, der sich nach dem Vermerk von KHK Name9 vom 11. März 2022 in dem blauen Notizbuch des Angeklagten befand, das der Angeklagte am 11. Februar 2022 bei sich trug, belegt, dass der Angeklagte sich mit der Anwendung von Gewalt beschäftigte. So führte er dort aus: "Man darf den Leuten nicht zu schnell die Endlösung zumuten: Sie würde ihnen zu radikal erscheinen, da sie all die Zwischenschritte nicht nachvollzogen haben. Sie sehen nicht das Ganze, dass man selbst aber sieht. Sie sehen nur jetzt und das Ziel und den Unterschied. Der Abstand zwischen Jetzt und Ziel ist jedoch zu groß, sodass sie es als radikal empfinden und ablehnen." Zwar muss das Wort "Endlösung" nicht zwingend die historisch bekannte sogenannte "Endlösung der Judenfrage" meinen. Vor dem Hintergrund der Gesinnung des Angeklagten, dabei insbesondere seinen Ausführungen in der Masterarbeit sowie in der Gesamtschau mit seinen sonstigen Aufzeichnungen, liegt jedoch jedes andere Verständnis fern. Diese Notiz steht zudem im Einklang mit Gedanken zu einer "ethnischen Säuberung", die vom Angeklagten auf einem weiteren Zettel notiert wurden, wie sich wiederum aus dem Vermerk von KHK Name9 vom 11. März 2022 ergibt. Dort beschrieb der Angeklagte folgende "Lösungsansätze", ohne dort das Problem, für das er Lösungsansätze sucht, zu erläutern: · "Freundschaft mit TUR und IRN - Rücksiedlung

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