1. § 150 Absatz 2 des Bundesgesetzes zur Entschädigung für Opfer der na onalsozialis schen Verfolgung (Bundesentschädigungsgesetz) in der Fassung des Ar kel 1 Nr. 87 in Verbindung mit Ar kel XII Nr. 1 des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Bundesentschädigungsgesetzes (BEGSchlußgesetz) vom 14. September 1965 (Bundesgesetzbl. I S. 1315) ist mit Ar kel 20 des Grundgesetzes unvereinbar und nich g, soweit diese Vorschri für Verfolgte, die nach § 150 BEG a. F. anspruchsberech gt waren, die Anspruchsberech gung davon abhängig macht, daß der Verfolgte die Vertreibungsgebiete am 1. Oktober 1953 end- gül g verlassen hat. 2. Die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 2. Februar 1966 - IV ZR 312/64 -, vom 2. Februar 1966 - IV ZR 311/64 und vom 28. Januar 1966 - IV ZR 268/64 - werden aufgehoben und die Verfahren an das Landgericht in Köln zurückverwiesen. Gründe: A.-I. 1. Den Gegenstand aller Verfahren bildet die Änderung des § 150 des Bundesentschädigungsgesetzes (BEG) durch das BEG-Schlußgesetz vom 14. September 1965 (BGBl. I S. 1315) insoweit, als darin die An- spruchsberech gung auf Verfolgte begrenzt wird, die die Tatbestandsvoraussetzungen bei Inkra treten des Gesetzes am 1. Oktober 1953, also zu einem zurückliegenden Zeitpunkt, erfüllt haben (§ 150 Abs. 2 n. F.). Die vorher geltende Fassung des § 150 BEG enthielt keinen, jedenfalls keinen ausdrücklich genannten S chtag. Alle Geldansprüche, die die Entschädigungsgesetze einräumen, BVerfGE 30, 367 (23.03.1971 - 2 BvL 2/66, 2 BvR 168/66, 2 BvR 196/66, 2 BvR 197/66, 2 BvR 210/66, 2 BvR 472/66) 369 haben einen durch na onalsozialis sche Gewaltmaßnahmen verursachten Schaden an Leben, Körper, Gesundheit, Freiheit, Eigentum, Vermögen oder im beru ichen oder im wirtscha lichen Fortkommen zur Voraussetzung. § 4 des Bundesgesetzes zur Entschädigung für Opfer der na onalsozialis schen Verfolgung (Bundesentschädigungsgesetz - BEG a. F. -) in der Fassung vom 29. Juni 1956 (BGBl. I S. 562) und vom 1. Juli 1957 (BGBl. I S. 663), das aus dem Bundesergänzungsgesetz zur Entschädigung für Opfer der na onalsozialis schen Verfolgung (Bundesergänzungsgesetz - BErgG -) vom 18. September 1953 (BGBl. I S. 1387) her- vorgegangen war, kannte als Anspruchsberech gte einerseits die Verfolgten, die am oder vor dem 31. Dezember 1952 den Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland oder nach Aus- wanderung im Gebiet des Deutschen Reiches nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 gehabt haben (§ 4 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a bis c BEG a. F.), andererseits die Heimkehrer, Vertriebenen und Sowjetzonen- üchtlinge, die den Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland genommen haben oder nehmen (§ 4 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. d bis f BEG a. F.). Nur im Falle der erstgenannten Gruppe setzte das Gesetz also einen Zeitpunkt fest, bis zu dem der Anspruchstatbestand erfüllt sein mußte, ti ti ti ti fl ti ti ti ti ti ti ft ft ti ti ft ti ti fl ti ti ti ti während im Falle der anderen Gruppe die persönlichen Voraussetzungen ohne

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