früherer und späterer gesetzgeberischer Zurückhaltung zu diesem richterrechtlich
entwickelten Anspruch in irgendeiner Weise regeln wollte (BGH, Urteil vom 29.04.2014, VI
ZR 249/12, BGHZ 201, 45, Rn. 14, „Berichterstattung über trauernden Entertainer“). Vielmehr
hat der Gesetzgeber im Rahmen der Verabschiedung des Zweiten Gesetzes zur Änderung
schadensersatzrechtlicher Vorschriften ausdrücklich anerkannt, dass es sich bei dem
Geldentschädigungsanspruch wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung gerade nicht um einen
Schmerzensgeldanspruch, sondern einen Anspruch eigener Art handelt, der von den §§ 847,
253 BGB unabhängig ist und daher von deren Änderung nicht tangiert wird (vgl.
Gesetzentwurf, BR-Drucks. 742/01, S. 58; Empfehlungen der Ausschüsse, BR-Drucks.
742/1/01, S. 15 mit einem nicht umgesetzten Vorschlag zur gesetzlichen Regelung des
Geldentschädigungsanspruchs).
bb)
195
Damit ist die Frage der Vererblichkeit des Anspruchs nach allgemeinen zivilrechtsdogmatischen Grundsätzen zu bestimmen.
196
(1)
197
Ein Ausschluss der Vererblichkeit des Geldentschädigungsanspruches ergibt sich noch nicht 198
unmittelbar aus der Erkenntnis, dass die ideellen Bestandteile des Persönlichkeitsrechts
unauflöslich an die Person ihres Trägers gebunden und als höchstpersönliche Rechte
unverzichtbar und unveräußerlich, also nicht übertragbar und nicht vererblich sind (vgl. BGH,
Urteil vom 24.03.2011, IX ZR 180/10, BGHZ 189, 65, Rn. 38; BGH, Urteil vom 01.12.1999, I
ZR 49/97, BGHZ 143, 214, 220, „Marlene Dietrich“; BGH, Urteil vom 20.03.1968, I ZR 44/66,
BGHZ 50, 133, 137, „Mephisto“). Denn der Geldentschädigungsanspruch hat zwar seine
Grundlage im Schutzauftrag aus Art. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG (vgl. BGH, Urteil vom
06.12.2005, VI ZR 265/04, BGHZ 165, 203, 204 f., „Obduktionsfoto“; BGH, Urteil vom
05.10.2004, VI ZR 255/03, BGHZ 160, 298, 302, „Tochter von Caroline von Hannover“; BGH,
Urteil vom 15.11.1994, VI ZR 56/94, BGHZ 128, 1, 15, „Erfundenes Exclusiv-Interview“;
jeweils m.w.N.; BVerfG, Beschluss vom 14.02.1973, 1 BvR 112/65, BVerfGE 34, 269, Rn. 13,
„Soraya“) und dient gerade den vom allgemeinen Persönlichkeitsrecht umfassten ideellen
Interessen. Als Geldzahlungsanspruch ist er aber – worauf die Klägerin zutreffend hinweist –
nicht mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht selbst gleichzusetzen (vgl. BGH, Urteil vom
24.03.2011, IX ZR 180/11, BGHZ 189, 65, Rn. 39 f.; BGH, Urteil vom 29.04.2014, VI ZR
246/12, BGHZ 201, 45, Rn. 9, „Berichterstattung über trauernden Entertainer“).
(2)
199
Für die Unvererblichkeit sprechen Natur und Zweck des Geldentschädigungsanspruches.
200
Dieser ist zwar – wie dargelegt – nicht Teil des höchstpersönlichen und damit
unveräußerlichen Persönlichkeitsrechts. Der Anspruch hat aber dennoch seiner Natur nach
höchstpersönlichen Charakter (entgegen Mäsch, JuS 2014, 1037, 1038 befasst sich der
Bundesgerichtshof a.a.O. durchaus auch mit der Natur des Anspruches). Diese aus der
engen Verknüpfung des Anspruchs mit dem Rechtsinhaber folgende Natur ergibt sich aus
dem Zweck der Geldentschädigung, der darin liegt, die ideellen Bestandteile des allgemeinen
Persönlichkeitsrechts zu schützen (Wenzel–Burkhardt, Das Recht der Wort- und
Bildberichterstattung, 5. Aufl., Kap. 14 Rn. 140; Damm/Rehbock, Widerruf, Unterlassung und
Schadensersatz in den Medien, 3. Aufl., Rn. 1011 ff.; Erman/Klass, 14. Aufl. 2014, Anh. § 12
BGB, Rn. 320; Soehring/Hoene–Soehring, Presserecht, 5. Aufl. 2013, § 32 Rn. 23;
Löffler–Steffen, Presserecht, 5. Aufl. 2006, § 6 LPG, Rn. 344). Diese ideellen Bestandteile
sind selbst nicht vererblich (BGH, Urteil vom 01.12.1999, I ZR 49/97, BGHZ 143, 214, 220,