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fehl geschieht? Ich entgegnete: Ich habe in mir innen einen Richter,
der mir sagt, was ich tun muß.“
Der Angeklagte gab als Zeuge im Wilhelmstraßenprozeß ebensolche
Kenntnisse zu. Auf S. 167 des in dieser Sache ergangenen Urteils ist
festgestellt:
.
„Innerhalb des Reichsinnenministeriums war die Ausrottung der
Mi‚einer von
Juden kein Geheimnis. Der Zeuge
agt:
folgend
nisterialräten, hat als Zeuge des Angeklagten
‚Ich wußte, daß die Juden massenweise umgebracht wurden, aber
ich war immer der Auffassung, daß es daneben auch Juden gab, die
entweder in Deutschland lebten oder die, wie in Theresienstadt oder
dgl., in einer Art Ghetto zusammengefaßt waren.‘
Verteidiger: ‚Sie meinen also, daß es sich nur um Exzesse handelte
und nicht um eine systematische Ausrottung””
Antwort: ‚Nein, das wollte ich nicht sagen. Ich bin der Auffassung
und ich habe es gewußt, daß diese Ausrottung der Juden systematisch vorgenommen worden ist, aber ich wußte nicht, daß sie sich
auf alle Juden bezog.‘ *
Das gleiche Zugeständnis, daß er von Urlaubern eine Menge über
die massenweise Vernichtung jüdischer Menschen im Osten erfahren
habe, aber auch die gleiche Einschränkung, es sei ihm nicht bewußt
gewesen, daß alle Juden umgebracht werden sollten, machte der Angeklagte auch am 28. April 1961 im westdeutschen Fernsehen.
Auf der am 20. Januar 1942 durchgeführten Wannsee-Konferenz
hielt Heydrich ein einleitendes Referat. Er legte dar, daß das Ziel bislang gewesen sei, den deutschen Lebensraum auf legale Weise von
Juden zu säubern. Bis zum 31. Oktober 1941 seien insgesamt rund
537 000 Juden zur Auswanderung gebracht worden, davon aus dem
Altreich etwa 360 000, aus Österreich etwa 147 000 und aus Böhmen
und Mähren rund 30 000. Die vermögenden Juden seien gezwungen
worden, die Auswanderung der vermögenslosen Juden zu finanzieren.
Außerdem seien durch ausländische Juden bisher rund 9 500 000 Dol-
lar zur Verfügung gestellt worden.
Das Besprechungsprotokoll weist dann hinsichtlich der „Endlösung
der Judenfrage“ im wesentlichen folgende Ergebnisse aus:
„An
Stelle
der
Auswanderung
ist nunmehr
als
weitere
Lösungs-
möglichkeit nach entsprechender vorheriger Genehmigung durch
den Führer die Evakuierung der Juden nach dem Osten getreten.
Diese Aktionen sind jedoch lediglich als Ausweichmöglichkeiten
anzusprechen, doch werden hier bereits jene praktischen Erfahrungen gesammelt, die im Hinblick auf die kommende Endlösung
der Judenfrage von wichtiger Bedeutung sind.
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