Verordnung über den Zusammenschluss der deutschen Eierwirtschaft, dass das Ziel der
Hauptvereinigung sei, die Marktordnung auf dem Gebiet der Eierwirtschaft sicherzustellen. Hierzu konnte sie nicht nur Regelungen zur Erschaffung, Verteilung, des Absatzes
und der Kennzeichnung vorschreiben, sondern nach § 4 Abs. 2 Nr. 6 Verordnung über
den Zusammenschluss der deutschen Eierwirtschaft auch „volkswirtschaftlich unnötige
Bearbeiter- und Verteilerbetriebe dauernd oder vorübergehend stilllegen“.
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Bereits im Jahr 1935 wurden zahlreiche jüdische Eierhandlungen verkauft; auf Wochenmärkten wurden sie teilweise mit ihren Ständen in Seitenstraßen verbannt (vgl. Steinke,
Simon Adler – Eierhändler in Berlin, 2011, S. 43).
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Die nationalsozialistischen Regelungen zur Steuerung des Eierhandels führten zu der historischen Erfahrungstatsache, dass – spätestens im November 1935 – keine jüdischen
Unternehmer mehr im Eier-Import und -Großhandel tätig waren, obwohl das Eierimportgeschäft vor der Aufnahme der Tätigkeit der Reichsstelle für Eier fast zu 100 % in den
Händen jüdischer Händler gelegen hatte (vgl. Steinke, Simon Adler – Eierhändler in Berlin, 2011, S. 35, 43 f. unter Bezugnahme auf den SPD-Exilbericht „SOPADE“ Nr. 8 vom
August 1936, S. 975 f.). Nicht zuletzt dienten die neu geschaffenen Institutionen als
Druckmittel zur Schließung jüdischer Geschäfte (vgl. Steinke, Simon Adler – Eierhändler
in Berlin, 2011, S. 43). Auch die Tageszeitung der Deutschen Arbeitsfront – Der Angriff,
Nr. 86 vom 10.4.1936, S. 11, meldete:
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„In diesem Jahr werden wir zum ersten Mal die Gewissheit haben, daß die Ostereier auf dem Wege zu uns nur durch arische Hände gegangen sind. Die Tatsache ist umso bemerkenswerter, da in der Vor- und Nachkriegszeit der Eierhandel zu den „Domänen“ des Judentums gehörte (…) Wie kam es zur Ausschaltung
der nichtarischen Elemente? (…) Kurz vor der Machtübernahme lag der gesamte
Eierhandel (…) zu ungefähr 96 v.H. in jüdischen Händen. (…) besonders im Laufe der Jahre 1934 und 1935 ging die Bereinigung tatsächlich vonstatten. (…) Im
November 1935 waren die Dinge soweit gediehen, daß es in der ersten Hand, im
Import und Großhandel, in ganz Deutschland keine Nichtarier mehr gab.“
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(zitiert nach: Verraten und Verkauft – Jüdische Unternehmen in Berlin 1933 –
1945 – Ein Forschungsprojekt am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin 2008)
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1938 wird verzeichnet, dass bei den ehemaligen und alten Lieferanten von Auslandseiern der Anteil an der deutschen Einfuhr ständig sank (Güttges, Der deutsche Eierhandel
(Nach dem Stande vom 30. Juni 1937), 1938, S. 84). Während beispielsweise der Anteil
der deutschen Eiereinfuhr für Russland im Jahr 1931 noch bei über 13 Millionen Reichsmark lag, war dieser in den Jahren 1934 und 1935 vollständig verschwunden. (Güttges,
Der deutsche Eierhandel (Nach dem Stande vom 30. Juni 1937), 1938, S. 146). Güttges
zieht zur nationalsozialistischen Eierpolitik im Jahr 1938 folgende Bilanz: „An die Stelle
des Marktausgleichs mit Hilfe des Preismechanismus tritt der Wille, der einer politischen
Idee unterworfen ist, und ordnet die Verhältnisse nach den Grundsätzen seiner Idee.
(…) Die Organisation sorgt für die Ehrbarkeit und das Ansehen des deutschen Eierhandels“ (Güttges, Der deutsche Eierhandel (Nach dem Stande vom 30. Juni 1937), 1938,
S. 39, 194).
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Die durch diesen Anscheinsbeweis bewirkte Beweiserleichterung greift auch im vorliegenden Fall durch. Denn Herr N..., dessen Betrieb der Bezeichnung „Import“ zufolge mit
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