Wir hatten unsere Unterkünfte zu beziehen. Wir mussten eine Wehrausbildung absolvieren. Diese dauerte zwischen einem viertel und einem halben Jahr, genau kann ich das nicht mehr sagen, es waren jedenfalls mehrere Monate. Politisch wurden wir nicht oder nur wenig geschult. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag in der Ausbildung an der Waffe. Ich habe dort in O 21 mit anderen Kameraden zusammen in einer Kaserne gewohnt. Ich teilte mir ein Zimmer mit mehreren Kameraden meines Alters. Man kann sagen, wir wurden dort in der Kriegsführung ausgebildet. Es wurde uns der Umgang mit der Schusswaffe beigebracht. Im Anschluss an diese Wehrausbildung hatte ich mich in Holland beim SS-Regiment „Der 101 Führer“ zu melden. Das SS-Regiment „Der Führer“ befand sich in den Niederlanden zur Sicherung der Niederlande. Da das SS-Regiment „Der Führer" schon damals Verluste zu verzeichnen hatte, sollten wir das Regiment wieder auffüllen. Ich habe mir seinerzeit, ich weiß nicht mehr wann dies war, mit der Schreibmaschine eine Übersicht über meine Frontdienste gefertigt. Danach befand ich mich in der Zeit vom 08.12.1940 bis einschließlich 15.12.1940 beim Regiment „Der Führer“ zur Sicherung der Niederlande. In der Zeit vom 18.12.1940 bis 31.03.1941 beteiligte sich unser Regiment an der Besatzung in Nordfrankreich. In derzeit vom 08.04.1941 bis 18.04.1941 nahm ich am Feldzug gegen Serbien und am Vorstoß gegen Belgrad teil. Vom 25.06.1941 bis 08.07.1941 war unser Regiment an einem Vorstoß gegen Berisina beteiligt. Vom 09.07.1941 bis 14.07.1941 war unser Regiment beim Durchbruch durch die Dnepr-Stellung beteiligt. In der Zeit vom 28.07.1941 bis 05.08.1941 fanden Abwehrkämpfe bei Gelnja statt. Vom 04.09.1941 bis 18.09.1941 waren wir in die Verfolgungsschlacht bei Kiew eingebunden. Am 20.09.1941 wurde ich bei einer Schlacht im Raum O 17 verwundet. Im Nahkampf bekam 102 ich einen Granatsplitter in den Bereich der Schläfe. Ferner erlitt ich Oberschenkeidurchschüsse am rechten Bein. Ich habe damals viel Blut verloren. Ich weiß noch, dass mir Sanitäter helfen wollten. Sobald sie jedoch in meine Nähe kamen, wurden sie vom Feind, dem Russen, unter Beschuss genommen. Schließlich fuhren unsere Panzer auf und beschossen das Mündungsfeuer der russischen Soldaten. Ich konnte dann abtransportiert werden. Ich wurde in ein nahegelegenes Lazarett verbracht. Dieses Lazarett lag in der Nähe von Radom. Dort wurde ich erstbehandelt. Vom Feldlazarett in O 18 wurde ich dann in das Krankenhaus nach O 22 verbracht. Ich wurde später dort am Kopf operiert, der Granatsplitter konnte schließlich entfernt werden. Die Operation gestaltete sich jedoch insofern schwierig, als dass der Granatsplitter ziemlich tief in der Schläfe steckte. Wie man mir später berichtete, trauten sich die Ärzte zunächst nicht, die Operation durchzuführen. Als es dann endlich soweit war und ich operiert wurde, bekam ich hohes Fieber und Malaria. Das war mein erster Malariaanfall. Die Genesung verzögerte sich dadurch. Nachdem ich wieder transportfähig war und mich einigermaßen erholt hatte, wurde ich zur Solahütte verbracht. Dort befand sich ein Sanatorium. Als ich dort ankam, bekam ich wieder einen Malariaanfall und hohes Fieber. In dieser Zeit musste ich viel an meine Kameraden denken, mit denen ich an der Front gekämpft hatte. Ich wäre damals, als ich in der Solahütte war, viel lieber wieder zu ihnen an die Front gegangen. Mit den Kameraden an der Front habe ich mich immer gut verstanden. Einer stand dort für den anderen ein. Das hat mir als junger Mann sehr gefallen. Ich wollte eigentlich nicht im Sanatorium bleiben, allerdings warf mich das Malariafieber wieder zurück. Der Spieß der Ersatzeinheit sagte damals zu mir: „A, was wollen Sie an der Front? Sie können ja nicht mal einen Stahlhelm tragen und laufen können Sie auch nicht richtig. “ Als ich fragte, was denn mit mir werden solle sagte mir der Spieß, er wisse schon was er vorhätte. Er sagte mir, man würde mich zum Innendienst nach Auschwitz schicken. Ich habe mir damals keine Gedanken gemacht. Ich wusste nicht, was Auschwitz war. Ich wusste nur, dass ich dort so eine Art Innendienst absolvieren sollte. Ich habe dann zunächst 103

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