Zeit und auch keine Lust mehr, nach meiner schweren Arbeit auch noch Sport zu treiben und zu den Treffen der Hitlerjugend zu erscheinen. Hinzu kam, dass mein Vater seinerzeit einen großen Nutzgarten betrieb. Auch hier war ich ständig eingebunden, da mein Vater auch selten zu Hause war und den ganzen Tag über in einer Fabrik zu arbeiten hatte. Als ich 17 Jahre alt wurde, starb meine Mutter. Meine zwei Jahre jüngere Schwester, die damals 15 Jahre alt war, musste fortan quasi die Leitung des Haushaltes übernehmen. Die jüngere Schwester, die damals 3 Jahre alt war, wurde zunächst zur Großmutter in Obhut gegeben. Kurz darauf lernte mein Vater eine andere Frau kennen. Diese war von Beruf Krankenschwester. Ich weiß, dass diese Frau Mitglied in der NSDAP war. Sie stammte aus O 8. Die neue Frau meines Vaters hieß mit Geburtsnamen P 4. Sie war von Beruf - wie bereits erwähnt - Krankenschwester und in der NS-Schwesternschaft des Gaues O 15 organisiert. Die neue Frau meines Vaters bestand darauf, dass wir Kinder, also ich und meine beiden Schwestern, nicht im Hause meines Vaters verblieben. Ich weiß noch, dass die neue Frau meines Vaters zu diesem sagte: „Ich komme nur zu dir nach Hause, wenn deine Kinder aus dem Hause sind. “Die neue Frau meines Vaters sorgte dann dafür, dass meine 14 Jahre jüngere Schwester, dauerhaft bei den Großeltern untergebracht wurde, um dort erzogen zu werden. Meine ältere Schwester, damals 15 Jahre alt, wurde von der neuen Frau meines Vaters an einer Schwesternschule in O 13 angemeldet. Dort sollte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvieren. Gleichzeitig bot dies die Möglichkeit, in ein dortiges, nämlich in O 13 gelegenes Schwesternwohnheim einzuziehen, so dass meine Schwester ebenfalls nicht mehr im Hause meines Vaters wohnte. 96 Mittlerweile wurden immer mehr meiner Schulkameraden zur Wehrmacht einberufen. Da meine Einberufung ebenfalls bevorstand, kam mein Großvater auf die Idee, ich solle mich mit meinem Schulfreund aus O 3 besser freiwillig bei der Wehrmacht in 97 O 11 melden, damit man zumindest bei der Grundausbildung zusammenblieb und heimatnah stationiert war. Ich bin dann mit meinem Schulfreund nach O 11 gefahren. Dort war damals bereits Militär stationiert. Ich habe noch eine Bescheinigung der Gemeinde O 3 in meinen Unterlagen gefunden, aus welcher hervorgeht, dass ich am 25. Juli 1940 zum Militär ein berufen wurde. Die Einberufung erfolgte zur Wehrmacht. 98 Als meine Stiefmutter mitbekam, dass ich mich in O 11 zur Wehrmacht melden sollte, sagte sie: „Du gehst zur SS. Ich kann dir dabei helfen. Bei der SS kannst du etwas werden. Ich kenne Mittel und Wege, dich bei der SS anzumelden.“ Noch bevor ich zum Dienstantritt bei der Wehrmacht in O 11 erscheinen konnte, erhielt ich einen Musterungsbescheid von der SS in O 8. Ich bin dann nach O 8 gefahren, genauer nach O 12, dort war die Anmeldestelle, bei der man sich zur SS melden konnte. Ich bin alleine dort hingefahren. Noch am selben Tage wurde ich bei der SS gemustert. Das Ergebnis hieß: „Volltauglich��. In der Anmeldungsstelle der SS erklärte ich dem dortigen Mitarbeiter, dass ich bereits einen Einberufungsbescheid von der Wehrmacht erhalten hatte. Diesen hatte ich bei mir. Man nahm mir diesen Einberufungsbescheid der Wehrmacht sofort ab und sagte mir, dass dieser nun hinfällig sei. Man werde sich nun bei der SS um alles Weitere kümmern. Kurze Zeit später wurde mir ein Schreiben der SS zugestellt. In diesem Schreiben stand, dass ich mich in O 21 in Österreich zu melden habe und mich dort einer Ausbildung zu unterziehen hätte. 99 Wenig später bin ich dann nach O 21 in Österreich gefahren. Ich kann nicht mehr eingrenzen, 100 welcher Monat dies gewesen ist, ich meine mich aber erinnern zu können, dass es Anfang 1940 gewesen ist. Ich bin mir aber nicht sicher. Sicher bin ich mir, dass die neue Frau meines Vaters erst zu dem Zeitpunkt in mein Elternhaus eingezogen ist, als ich mich in O 21 zu melden hatte und von zu Hause weg war. In O 21 selbst wurden wir zunächst eingekleidet.

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