BGH_Urteil vom 28.09.1972 – IX ZR 313/69 LG Wiesbaden; OLG Frankfurt a. M.04.07.1969
BGH, Urteil vom 28.09.1972 – IX ZR 313/69LG Wiesbaden; OLG Frankfurt a. M.04.07.1969
Titel: BGH: Urteil vom 28.09.1972 - IX ZR 313/69
NormenkeRen: § 141 d ff BEG § 200 ff BEG § 206a BEG
Amtlicher Leitsatz: Auch nach Treu und Glauben können unrich[ge Bescheide zum Nachteil
des Berech[gten nicht nachträglich abgeändert werden (For`ührung von BGH RzW 1963,
125 Nr. 24). Das gilt insbesondere für unanfechtbare Bescheide, in denen die Behörde nach
dem 17. September 1965 die §§141 d ff BEG außer acht gelassen hat.
Rechtskrah: rechtskrähig Verkündet am 28. September 1972 Pohl, Amtsinspektor als
Urkundsbeamter der Geschähsstelle
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BUNDESGERICHTSHOF URTEIL
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 13. Juli
1972 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Mai und der Bundesrichter Zorn, Henkel,
Fuchs und Dr. Thumm für Recht erkannt: Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des 10.
Zivilsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt (Main) vom 4. Juli 1969 wird zurückgewiesen.
Das Revisionsverfahren ist gebühren- und auslagenfrei; die außergerichtlichen Kosten trägt
der Beklagte. Von Rechts wegen Die Klägerin ist die Witwe und Alleinerbin des am 25. April
1947 verstorbenen jüdischen Kaufmanns Eugen W.. Wegen seines Schadens im beruflichen
Fortkommen erhielt sie durch Bescheid vom 27. Mai 1958 und gerichtlichen Vergleich vom
26. Januar 1961 15.069 DM Kapitalentschädigung. Mit Schreiben vom 27. Oktober 1965
wählte sie nach Art. III Nr. 4 Abs. 1 BEG-SchlußG in Verbindung mit §86 Abs. 2, 4 BEG die
Rente. Die Behörde bewilligte ihr mit Bescheid vom 7. Juni 1966 eine laufende Rente von 393
DM ab 1. August 1966 und von 409 DM ab 1. Oktober 1966. Auf die 27.248 DM
Rentennachzahlung ab 1. Januar 1960 rechnete sie die 15.069 DM Kapitalentschädigung an.
Die verbleibenden 12.179 DM und die laufende Rente wurden der Klägerin ausgezahlt.
Wegen eines eigenen Schadens im beruflichen Fortkommen erhielt die Klägerin seit 1958
bereits eine Rente nach §93 BEG. Durch Bescheid vom 6. Oktober 1966 erhöhte die Behörde
diese Rente ab 1. Oktober 1966 auf 544 DM. Mit der Berufsschadenswitwenrente nach §86
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