Sau die Inschrift "Rabini Schem
Ha Mphoras" angebracht.
schied
im
der
Gemeindekirchenrat
Rahmen
von
Im Jahr 1983 ent-
Sanierungsarbeiten
an
der
Stadtkirche, das Relief an seinem Ort zu belassen und ebenfalls zu sanieren. Am
11. November 1988 wurde unter dem Relief eine nach den örtlichen Verhältnissen nicht zu übersehende, in Bronze gegossene quadratische Bodenreliefplatte
mit einer Inschrift eingeweiht.
Der Text der Inschrift lautet: "Gottes eigentlicher
Name, der geschmähte Schem Ha Mphoras, den die Juden vor den Christen fast
unsagbar heilig hielten, starb in 6 Millionen Juden unter einem Kreuzeszeichen".
In Hebräischer Schrift ist darüber hinaus der Beginn von Psalm 130 wiedergegeben, der - übersetzt - lautet: "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir". Auf einem
in
unmittelbarer Nähe angebrachten Schrägaufsteller heißt es unter der Überschrift
„Mahnmal an der Stadtkirche Wittenberg“:
„An der Südostecke der Stadtkirche Wittenberg befindet sich seit etwa 1290 ein
Hohn- und Spottbild auf die jüdische Religion. Schmähplastiken dieser Art, die Juden in
Verbindung mit Schweinen zeigen - Tiere, die im Judentum als unrein gelten - waren
besonders im Mittelalter verbreitet. Es existieren noch etwa fünfzig derartige Bildwerke.
Judenverfolgungen
fanden in Sachsen Anfang des
14. Jahrhunderts und 1440
statt, 1536 wurde Juden der Aufenthalt in Sachsen grundsätzlich verboten.
Martin Luther veröffentlichte 1543 die antijudaistischen Schriften „Von den Juden
und ihren Lügen“ und „Vom Schem Hamphoras und vom Geschlecht Christi”, auf die
sich die Inschrift der Schmähplastik bezieht. Sie wurde 1570 angebracht wie der lateinische Text an der Traufe, der die von Martin Luther angestoßene Reformation mit der
Tempelreinigung Jesu (Matthäus 21) gleichsetzt und gegen „Papisten“ polemisiert.
Das Mahnmal unterhalb der Schmähplastik wurde im November 1988 enthüllt,
fünfzig Jahre nach dem Beginn der Judenpogrome im nationalsozialistisch beherrschten
Deutschland. Die in Bronze gegossene Bodenplatte zeigt vier gegeneinander verkippte
Trittplatten, die aussehen, als seien sie in morastigem Untergrund verlegt. Die Fugen
ergeben ein Kreuzeszeichen. Der umlaufende Text verbindet die Inschrift der Schmähplastik mit dem Holocaust: „Gottes eigentlicher Name / der geschmähte Schem Ha
Mphoras / den die Juden vor den Christen / fast unsagbar heilig hielten / starb in sechs
Millionen Juden / unter einem Kreuzeszeichen.“ Dazu steht in hebräischer Schrift der