486 Am 26. Juni 2014 wurde auf der Startseite von „Altermedia“ ein Artikel mit dem Titel „Zivilcourage gegen Überfremdung“ veröffentlicht, als dessen Quelle eine nicht näher identifizierte Person oder Organisation mit dem Namen „Der Staatsstreich“ angegeben wurde. In dem Artikel wurde berichtet, der Zustrom von Asylbewerbern in den Landkreis Rostock ebbe nach einem Bericht der Schweriner Volkszeitung nicht ab; der Landkreis suche händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten für Zuwanderer. In Bützow, einer Kleinstadt im Landkreis Rostock, seien Handzettel an die Einwohner verteilt worden, in denen zur Toleranz ermahnt worden sei, nachdem 55 Asylsuchende der Gemeinde zugewiesen worden seien. Weiter wurde in dem Artikel ausgeführt, die Bundesrepublik werde „derzeit durch eine Asylflut sondergleichen heimgesucht“. Im Landkreis Rostock sei man zwar „noch weit von den Zuständen bundesdeutscher Ballungszentren entfernt, in denen wesensfremde Menschen das Antlitz unserer Heimat mehr und mehr“ veränderten, aber dennoch gelte es „hier den Anfängen zu wehren“ und so hätten „nationale Aktivisten“ an gut befahrenen Straßen Transparente mit Aufschriften wie „Überfremdungswahn stoppen“ oder „Ausländerrückführung statt BRD-Willkommenskultur“ befestigt, um so auf die sich entwickelnden Zustände aufmerksam zu machen. Die Aktion sei nur „ein Nadelstich ins Gemüt der Überfremdungsapostel“, aber weitere würden folgen. 487 Diesen Artikel kommentierte der Nutzer „Nationalsozialist“ am 26. Juni 2014 um 19.23 Uhr im Kommentar mit der Post-ID 163959, dem ersten Kommentar zu dem Artikel, wie folgt: 488 »Da hilft dann nur noch die Buergerwehr. 489 Jagdsaison auf Aylanten ist ganzjaehrig. 490 Waidmann´s Heil ! 491 Kein Geld und Arbeitsplaetze fuer Deutsche aber Fremd Rassige aus aller Welt durchfuettern...Loehne werden noch billiger, Steuern und Mieten noch hoeher. 492 Zumindest freut sich wie immer der gierige Jud… 493 Ich sage nur Heimatschutz statt Asylantenschmutz!« 494 Der Kommentar konnte von einem verständigen und unvoreingenommenen Leser nur so verstanden werden, dass die Leser aufgefordert wurden, sich in Bürgerwehren zusammenzuschließen, den vom Autor mit Tieren gleichgesetzten Asylbewerbern in Deutschland nachzustellen und sie zu töten. Da der Nutzer „Nationalsozialist“ den Status eines „Stammgastes“ hatte, musste sein Kommentar nicht freigeschaltet werden, sondern konnte sogleich von jedem Internetnutzer gelesen werden. 495 41. Veröffentlichung des Kommentars mit der Post-ID 164772 (Fall 33, S. 47 der Anklage) 496 Am 5. Juli 2014 um 15.31 Uhr wurde auf der Startseite von „Altermedia“ ein Artikel mit dem Titel „Ist Freiburg gefallen?“ veröffentlicht, als dessen Verfasser H. angegeben war. In dem Artikel hieß es, die Freiburger Polizei empfehle der Bevölkerung, den Stühlinger Kirchplatz zu meiden. Der Autor fuhr fort, es gebe auch in Bahnhofsnähe und der Innenstadt Straftaten „am laufenden Band“. Haupttäter seien nach den Berichten der Polizei „Banden minderjähriger Flüchtlinge“. Es stelle sich die Frage, ob die Freiburger Bevöl- - Seite 60 von 211 -

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