Bereitwillig beteiligte . er sich an der antishmätkecini Hetze der F nschi sten. Er postierte sich in SS-Uniform vor jüdischen Geschäften, an denen Schilder angebracht worden waren mit Parolen wie „Der Jude ist unser Untergang“. Auf diese Weise forderte er die Bevölkerung zum Boykott der jüdischen Geschäfte auf. Zu den wichtigsten Instrumenten des faschistischen Terrors und der Vernichtung gehörten die Konzentrationslager (KZ). Die ersten Lager wurden bereits kurze Zeit nach der faschistischen Machtergreifung errichtet. Zur Bewachung und Beaufsichtigung der dort untergebrachten Häftlinge fanden nur dem Faschismus völlig ergebene Personen Verwendung. Zu den dafür Auserwählten gehörte der inzwischen zum SS-Unterscharführer avancierte Angeklagte. Mitte des Jahres 1933 wurde er im KZ * Lichtenburg im damaligen Regierungsbezirk Merseburg SS-Aufseher. Nachdem er einige Zeit dem Wachpersonal angehörte, wurde er 1935 in die $S$S-Stamm-Mannschaft des Lagers aufgenommen. Nunmehr wurde er als Kommandoführer und später als Blockführer eingesetzt. Während er als Kommandoführer die Häftlinge auf brutalste Art zu übermenschlichen Arbeitsleistungen antrieb, sorgte er als Blockführer für die rücksichtslose Durchsetzung der terroristischen Lagerordnung und der Anordnungen der Lagerleitung. Darüber hinaus kontrollierte er als Blockführer die einzelnen Arbeitskommandos. Er führte auch Kontrollen im Arrestban durch. Als im Sommer 1937 das KZ Lichtenburg aufgelöst und dessen Häftlinge in das neu errichtete KZ Buchenwald überführt wurden, wurde der An- geklagte in gleicher Funktion nach Buchenwald übernommen. Unter der Leitung des berüchtigten Lagerkommandanten Koch war er dementsprechend zunächst Blockführer, bis er 1938 als stellvertretender Kommando- führer in der Lagerwäscherei eingesetzt wurde. Neben seiner Funktion als Blockführer war er mit der Führung verschiedener Arbeitskommandos beauftragt, die beim Aufbau des Lagers mitwirkten. Durchdrungen von der faschistischen Ideologie, bar jedes menschlichen Gefühls, trieb er auch hier die Häftlinge zu höchsten Arbeitsleistungen an. Seine Mißhandlungen und Peinigungen richteten sich vornehmlich gegen jüdische Häftlinge. Seine Aufsehertätigkeit im KZ Buchenwald endete Anfang des Jahres 1943, als die Fronttruppen bereits derartig große Verluste hatten, daß die SS-Führung zur Auffüllung ihrer Kampfeinheiten auch auf solche bislang als unabkömmlich angesehenen Elemente wie den Angeklagten zurückgreifen mußte. Nach einer entsprechenden Ausbildung in Frankreich und später in Polen wurde er Mitte des Jahres 1943 als Unterführer — sein höch- ster Dienstgrad war SS-Hauptscharführer— der 20. SS-Grenadier-Division, deren Mannschaft zur Hauptsache aus estnischen Kollaborateuren bestand, zugeteilt. Seine Einheit wurde überwiegend im Gebiet der estnischen Sowjetrepublik — im Hinterland der Front — gegen die Bevölkerung eingesetzt, 8 Entscheidungen in Strafsachen 113

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