gespielt. In der gleichen Linie liegt ein Artikel in Nr. 1/51 (Urk. 235) mit der Überschrift "Der Nebel vor der jüdischen Weltstrategie lichtet sich". An den "Stürmer", das extremste antisemitische Hetzblatt des Nationalsozialismus, erinnert in Ton und Inhalt ein Artikel, der in Nr. 7 des Mitteilungs- und Informationsblatts für Rheinland-Pfalz (Urk. 236) erschienen ist. In diesem Artikel heißt es: "Ich wollte, ich wäre ein Jude in Deutschland. - So bin ich nur ein Flüchtling, - ein Deutscher, verflucht noch einmal . . . wäre ich gar ein Jude in Deutschland, dann stände ich hinter der Mahagonitheke, wie er seit 1945, als wir beide Arbeitskollegen in einer deutschen Behörde waren und herausflogen, - er freiwillig in den Lederverband und das feine Schuhgeschäft und ich unfreiwillig auf die Straße. Warum nur? Ich war ja auch nicht im Konzentrationslager, aber mir hätte man das Gegenteil nie geglaubt. Ich bin ja auch nur ein Deutscher! . . . Ich bin eine halbe Portion und warte als 131er schüchtern vor seinem jüdischen Schuhgeschäft . . . Ich bin ja auch nur ein Deutscher mitten in Deutschland. Ich wollte, ich wäre ein Jude! -Aber man soll Gott, den Gerechten, nicht versuchen. Da sind erst mal 30000 Juden, die zum Teil noch kein Schuhgeschäft haben; die vor lauter Auslandsunterstützung noch keine Zeit hatten, sich zu melden. - Ich möchte auch einmal ein Carepaket ganz von weitem sehen; - nur so aus Neugier! - Dann sind da noch die jüdischen Gemeinden, davon waren angeblich einige früher wohlhabender als heute. Dann sind da die jüdischen Beamten, die rechtzeitig ins Ausland abgehauen sind, - alles Deutsche? - die brauchen dringend Pensionen. Und wo bleiben die Ruhegehälter an die Auswanderer nach Israel? In Palästina schleppen die Konten nach. Das gibt Versäumniszuschläge. Und dann die vielen Judenvermögen ohne Erben. Dafür werden wir jüdische Bankinstitute neu aus der deutschen Erde stampfen." Auf der gleichen Stufe steht ein Lied "O Arier hoch in EhBVerfGE 2, 1 (23.10.1952 - 1 BvB 1/51) 68 ren", das bei dem Bezirksleiter von Frankfurt beschlagnahmt wurde und von dem nur die erste Strophe wiedergegeben werden soll (Urk. 241): "O Deutschland hoch in Ehren, Du kannst Dich nicht mehr wehren, Ja weil zuviel krumme Nasen an Deinem Marke fraßen. Der Jude kam von Ost und West und ließ sich nieder im deutschen [Nest. Er legt hinein sein Kuckucksei, und da war es mit dem deutschen [Glück vorbei. Haltet aus, haltet aus, bleibet stark in Treue fest. Wenn auch jetzt, wenn auch jetzt, ja der Jud' sitzt im deutschen [Nest. Ja, er kam durch England und Amerika herein, aber allein bei uns soll er sich niemals freuen. Haltet aus und bleibet fest, bis die Welt erkennt die Judenpest." All dies beweist die antisemitische Haltung der SRP zur Genüge. Jede Gelegenheit zur Diffamierung jüdischer Menschen wird geflissentlich genutzt. Auch die Verherrlichung der "Landsberger" erscheint so in neuem Licht. Sie erklärt sich nicht nur aus dem Wunsch, "Blutzeugen" aufzuführen, sondern verrät die zusätzliche Tendenz, sie gerade auch als Vollstrecker antisemitischer Gewalttaten zu rühmen. Hier zeigt sich eine erschreckende Verwilderung der sittlichen Begriffe, http://beck-online.beck.de/Bcid/Y-300-Z-BVERFGE-B-2-S-1-N-1 40 von 47 1/31/2023

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