wahrnahm, wurden diese großen Strahler angeschaltet. Man durfte jedoch nicht ohne Grund
mit den Scheinwerfern innerhalb des Lagers leuchten, aber stets dann, wenn dort irgendeine
Bewegung wahrgenommen wurde, die nicht ohne weiteres zugeordnet werden konnte. Diese
Wachtätigkeit, die ich in der inneren Postenkette ausübte, bezieht sich auf den Zeitraum, in
welchem ich noch nicht zum Unterscharführer befördert wurde.
Irgendwann meldete ich mich dann freiwillig zum Unteroffizierslehrgang an. Wann dies genau 107
war, kann ich nicht mehr nachhalten. Dieser Unteroffizierslehrgang fand in O 20 statt.
Nachdem ich den Lehrgang beendet hatte, stand die Beförderung zum Unterscharführer an.
In dieser Funktion war ich öfter Kommandoführer und habe vier bis fünf Soldaten des
Wachbataillons kommandiert, vornehmlich bei Arbeitseinsätzen außerhalb des Lagers. Wir
wurden dann abgestellt, Häftlinge zu Arbeitseinsätzen zu begleiten, damit keiner flüchten
konnte. Ich war dann oft Kommandoführer, jedenfalls war der Unterscharführer immer
Kommandoführer, wenn diese Leute zu Arbeitseinsätzen außerhalb der inneren Postenkette
geführt wurden. Je nach Größe der Arbeitsgruppe hatte ich dann drei oder vier Soldaten aus
dem Wachbataillon dabei. Diese Soldaten, die ich befehligen konnte, haben sich dann im
Kreis aufgestellt, so dass von den Häftlingen, sobald die Arbeitsstelle erreicht war, keiner
flüchten konnte. Ich kann mich erinnern, dass während dieser Einsätze, an denen ich als
Zugführer beteiligt war, sich zu keinem Zeitpunkt irgendein Häftling entfernt hat. Ich glaube
auch, dass das Risiko viel zu hoch und dies den Häftlingen auch bewusst war. Wir hätten für
diesen Fall sofort von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Um die Arbeiten selbst mussten
wir uns nicht kümmern. Das war Sache der Kapos. Diese wussten Bescheid, was für ein
Tagespensum zu leisten war oder was die Häftlinge zu arbeiten hatten. Meine Aufgabe war
es mit meinem Kommando dafür zu sorgen, dass sich kein Häftling entfernen konnte. Wenn
ich gefragt werde, ob ich auch an der alten Judenrampe als Wachführer eingesetzt war, so
muss ich dies verneinen. An der alten Judenrampe war ich nicht als Wachführer eingeteilt.
Ich weiß aber, dass die dritte Kompanie dort Leute abgestellt hatte. Ich selbst wurde nie an
die alte Judenrampe abkommandiert. Ich habe mir aber mal nach Dienstschluss angesehen,
wo die neue Bahnlinie nach Birkenau verlegt wurde. Ich habe damals die Maschinen und die
Arbeiter gesehen, die die Gleise nach Birkenau verlegten. Während meines Dienstes in der
inneren Postenkette habe ich nie erlebt, dass Häftlinge versucht haben, aus dem Lager zu
fliehen. Das war meiner Meinung nach von vornherein auch gar nicht möglich, da ja die
Elektrozäune verbaut waren. Den Häftlingen wurde auch gesagt, dass man den Zaun nicht
berühren sollte. Ihnen wurde gesagt, dass man dann gleich in Flammen steht und sich
Starkstrom im Zaun befindet.
Während meiner weiteren Dienstzeit im Stammlager Auschwitz I bekam ich wieder
Malariaanfälle. Man schickte mich dann vom Lager Auschwitz I wieder zur Solahütte. Dort
angekommen, bekam ich wiederum hohes Fieber. Es wurde mir gesagt, dass man mich hier
nicht gebrauchen könne. Ich solle wieder ins Lager. Im Stammlager Auschwitz I befand sich
ja auch eine Krankenstation. Während ich dann im Stammlager in der Krankenstation war,
bekam ich durch andere Kameraden mit, dass wieder ein Zug angekommen sei. Man erfuhr
natürlich, dass Züge mit Güterwagons in Auschwitz ankamen, die vollgestopft mit Menschen
waren. Woher die Züge im Einzelnen kamen, wurde uns nicht gesagt. Uns war aber schon
bekannt, dass ein Großteil der Leute, die mit den Zügen ankamen, getötet wurde.
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Ich kann mich an einen Vorfall erinnern. Ich hatte meinen Wachdienst beendet. In meiner
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Freizeit begab ich mich in das Gebiet, welches sich zwischen dem Stammlager Auschwitz I
und Auschwitz II, nämlich Birkenau befand. Auch dort gab es Zäune. An einem solchen Zaun,
der sich zwischen dem Lager I und Birkenau befand, sprach mich plötzlich eine Frau an. Die
Frau war ca. 40-50 Jahre alt. Sie flehte mich an: „Bitte helfen Sie mir, nehmen Sie mich in