302 Für die Entschlossenheit des Angeklagten zur Begehung eines Anschlags sprechen zunächst seine vielfältigen konspirativen Verhaltensweisen. So war er im Besitz eines polnischen Ausweisdokuments, das der Zeuge Name10 in Stadt1 verloren hatte, was der Angeklagte eingeräumt hat. Er legte sich seit 2015 16 Mobilfunkanschlüsse zu und registrierte zwischen 2007 und 2017 zwölf E-Mail-Accounts unter falschem Namen, wie der Zeuge KHK Nachname1 glaubhaft geschildert hat.Neben seinen für seine falsche Identität als syrischer Flüchtling genutzten E-Mail-Adressen und seiner für die SIM-Karte des "Flüchtlingshandys" genutzte Alias-Personalie "Aliasname1" unterhielt der Angeklagte unter anderem drei E-Mail-Konten sowie einen Mobilfunkanschluss unter der Alias-Personalie "Aliasname2", zwei EMail-Konten auf die Alias-Personalie "Aliasname3", eine E-Mail-Adresse für die Alias-Personalie "Aliasname4", eine weitere E-Mail-Adresse unter dem Namen "Aliasname5" und drei weitere registrierte Mobilfunknummern für die AliasPersonalie "Aliasname6". Des Weiteren verschaffte sich der Angeklagte zahlreiche weitere nicht auf seine Klarpersonalie laufende SIM-Karten für die Nutzung deutscher, französischer und britischer Mobilfunknummern. 303 Diese konspirativen Verhaltensweisen korrespondieren auch mit vielen Chatverläufen, anhand derer erkennbar ist, dass der Angeklagte nicht offen kommunizieren wollte. Dies betraf sowohl den Messenger-Dienst WhatsApp als auch den Messenger-Dienst Telegram. 304 So schrieb beispielsweise am 25. Januar 2016 der Zeuge E an den Angeklagten über WhatsApp: "Und da sagt einer Hitler wäre schlimm gewesen. Merkel rottet 80 Millionen Deutsche aus [... ] Größte rassenvernichtung in der Geschichte der menschheit". Der Angeklagte antwortete darauf: "Halt dich n bisschen zurück Digger In WhatsApp" 305 Und am 14. Juli 2016 schrieb der Angeklagte im Telegram-Chat an den Zeugen E: "Digger sei nicht so explizit. Auch wenn das hier nicht WhatsApp ist." Nachdem der Zeuge E weitere Nachrichten geschrieben hatte, ergänzte der Angeklagte: "Ruhig brauner...wie gesagt nicht so explizit. Ich meins Ernst." 306 Am 19. Juli 2016 schrieb der Angeklagte um 09:57 Uhr an Name11: "Moin Dicker! Die Kleine und der Große haben Hunger ;-) Denkste bei Gelegenheit mal dra." Dass die Wörter "Kleine" und "Große" dabei für Schusswaffen, die Worte "Hunger" für Munition stehen, hat der Angeklagte eingeräumt. 307 Am 17. Dezember 2016 schrieb der Angeklagte an E: "Niemand sagt, dass Telegramm nicht auch überwacht wird. Also Mäßigung im Ausdruck kleiner..." 308 (b) Audiodateien und Notizen 309 Seine Entschlossenheit, einen Anschlag zu begehen, wird insbesondere in seinen Notizen und Audiodateien deutlich. So nahm der Angeklagte im Jahr 2016 Audiodateien auf, in denen er - seiner Einlassung zufolge - Reden an imaginäre Zuhörer aufzeichnete. In diesen analysierte er nicht nur die politische Lage, brachte sein Missfallen hierüber zum Ausdruck und stellte die aus seiner Sicht Verantwortlichen fest, sondern artikulierte auch einen Ausweg aus der von ihm empfundenen Misere, die er in der Ermordung des politischen Gegners sah. So äußerte er in einer am 11. Januar 2016 aufgenommenen Audiodatei, Jürgen Möllemann und Jörg Haider seien von "diesen Schweinen" ermordet worden. Weiter führte er aus (Hervorhebungen nicht im Original): "Diese Schweine bringen einfach alle um, die ihnen im Weg stehen und wir müssen damit rechnen, dass wenn wir uns in den Weg stellen, dass wir genauso umgebracht werden. Was läuft da? Es läuft ein Spiel zwischen zwei Fronten, die einen verhalten sich ritterlich und die anderen eben nicht. Das Resultat ist, dadurch, dass diese, die sich nicht ritterlich verhalten sich aller Mittel bedienen die nur irgendwie zur Verfügung stehen und der Ritter sich den Mitteln entledigt, die ihn von vornherein schon eigentlich auf die Verlierer-seite stellen. Das Resultat davon ist, dass es heute kaum noch Ritter gibt. Weil der Ritter sich einfach jedem gegenüber ritterlich verhält und das ist ein fataler Fehler. Wir müssen, wir sind die Ritter in diesem Spiel. Wir kämpfen gegen das Böse. [...] Wir müssen ein Bewusstseinswandel dahingehend oder ein Selbstverständniswandel dahingehend betreiben, dass ein Ritter nur einem Ritter gegenüber sich auch ritterlich verhält und allen anderen gegenüber auch in der Lage ist sich unritterlich zu verhalten. Das heißt, du bist ein Mörder, ich ermorde dich zurück. Ich weiß, du wirst mich ermorden, ich ermorde dich vorher. Alles andere würde bedeuten, dass wir uns ergeben. Da können wir den Kampf von vornherein gleich lassen. Weil wenn wir zu stark werden nach all der Anstrengung, werden wir einfach umgebracht. Das heißt Gewalt ist eine Option, muss eine Option sein. Denn da wo diese, diese Kriminellen heute sind, da sind sie nur, weil sie immer wieder gemordet haben. Und es heute tun und es immer tun werden. Also scheuen wir uns nicht davor, nicht zu morden, sondern zu töten. Denn Morden ist rücklings und ist initiativ. Und bei uns ist es reaktiv, das Morden. Alles andere ist bei uns auch initiativ, weil wir die Gabe haben, die Initiative zu übernehmen und Entscheidungen zu fällen, wovor sich alle anderen sträuben. Das können wir. Das muss unsere Identität sein." 310 In einer Audiodatei vom 18. Januar 2016 führte er aus: "Ihr glaubt immer noch, Teil dieses Staates zu sein. Dass ihr diejenigen seid, die diesen Staat aufrechterhalten. Man muss sich davon befreien. Jeder der dazu beiträgt, dass dieses Konstrukt kaputt geht, tut Gutes". Auch seine Notizen bestätigen, dass er bereit war, Gewalt gegen Menschen anzuwenden. So führte er in einem Eintrag,

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