erfasst (BGH, Urteil vom 15.04.1959, V ZR 5/58, NJW 1959, 1317; OLG Düsseldorf, Urteil
vom 07.04.2000, 7 U 273/98, Juris Rn. 37, Soergel/Kegel, 12. Aufl., Art. 25 EGBGB, Rdz. 24;
Palandt/Thorn, 75. Aufl. 2016, EuErbVO 23, Rn. 2, lit. e).
a)
191
Nach der Auffassung des Bundesgerichtshofes, der sich der Senat angeschlossen hat, ist der 192
Anspruch auf Geldentschädigung wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts – anders als
der Schadensersatzanspruch wegen der vermögensrechtlichen Beeinträchtigung des
Persönlichkeitsrechts – grundsätzlich nicht vererblich (vgl. BGH, Urteil vom 29.04.2014, VI
ZR 249/12, BGHZ 201, 45, „Berichterstattung über trauernden Entertainer“; Senat, Urteil vom
21.08.2015, I-16 U 152/14, Juris; so auch Wenzel–Burkhardt, Das Recht der Wort- und
Bildberichterstattung, 5. Aufl., Kap. 14 Rn. 140; Damm/Rehbock, Widerruf, Unterlassung und
Schadensersatz in den Medien, 3. Aufl., Rn. 1011 ff.; Erman/Klass, 14. Aufl. 2014, Anh. § 12
BGB, Rn. 320; Götting/Schertz/Seitz–Müller, Handbuch des Persönlichkeitsrechts, § 51 Rn.
28; Soehring/Hoene–Soehring, Presserecht, 5. Aufl. 2013, § 32 Rn. 23; Löffler–Steffen,
Presserecht, 5. Aufl. 2006, § 6 LPG, Rn. 344; Ricker/Weberling, Handbuch des Presserechts,
6. Aufl. 2012, Kap. 44, Rn. 43b; Herberger/Martinek/Rüßmann–Birkenheier, jurisPK-BGB, 7.
Aufl. 2014, § 2311 BGB, Rn. 10; von Pentz, AfP 2015, 11, 21 f.).
aa)
193
Entgegen der Auffassung der Berufung gibt es keine ausdrückliche gesetzliche Regelung
194
dieser Frage. Insbesondere folgt aus der mit Aufhebung des § 847 Abs. 1 Satz 2 BGB in der
bis zum 30.06.1990 gültigen Fassung (fortan: a.F.) – entgegen anderslautender Stimmen in
der Literatur (Soergel/Beater, 13. Aufl., Anh. IV § 823 BGB, Rn. 25; Cronemeyer, AfP 2012,
10, 11 f.; Kutschera, AfP 2000, 147, 148 f.) –kein gesetzgeberischer Normbefehl, aus dem
die Vererblichkeit des Geldentschädigungsanspruches abzuleiten ist. § 847 Abs. 1 Satz 2
BGB a.F. sah vor, dass der deliktische Schmerzensgeldanspruch nicht übertragbar ist und
nicht auf den Erben übergeht, es sei denn, dass er durch Vertrag anerkannt oder
rechtshängig geworden ist. Mit dem Gesetz zur Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches
und anderer Gesetze vom 14.03.1990 (BGBl. I S. 478) wurde diese Vorschrift abgeschafft.
Seither ist der Schmerzensgeldanspruch, auch nach seiner systematischen Verschiebung in
§ 253 Abs. 2 BGB, sowohl abtretbar als auch vererblich (vgl. BGH, Urteil vom 06.12.1994, VI
ZR 80/94, Juris Rn. 13; BGH, Urteil vom 24.03.2011, IX ZR 180/10, BGHZ 189, 65-79, Rn.
34). Zweck der Gesetzesänderung war es, den Schmerzensgeldanspruch frei übertragbar
und vererblich zu machen, um der rechtstatsächlichen Erkenntnis entgegen zu wirken, dass
es bei schweren körperlichen Verletzungen in der Geltendmachung des Anspruchs zu einem
„Wettrennen mit dem Tod“ kam (Gesetzentwurf, BT-Drucks. 11/4415, S. 1 und 4;
Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses, BT-Drucks. 11/5423, S. 1 und 4).
Bereits im Zeitpunkt dieser Gesetzesänderung war allgemein anerkannt und durch das
Bundesverfassungsgericht gebilligt, dass der – ursprünglich von der Rechtsprechung
durchaus unter Bezugnahme auf § 847 Abs. 1 BGB entwickelte –
Geldentschädigungsanspruch gerade kein Schmerzensgeldanspruch, sondern ein
Entschädigungsanspruch eigener Art ist, der auf den Schutzauftrag aus Art. 1 und 2 GG
zurückgeht (vgl. erstmals BGH, Urteil vom 19.09.1961, VI ZR 259/60, BGHZ 35, 363, Rn. 13,
„Ginsengwurzel“; BVerfG, Beschluss vom 14.02.1973, 1 BvR 112/65, BVerfGE 34, 269, Rn.
13, „Soraya“). Nach der ausdrücklichen Gesetzesbegründung sollten aber gerade nur der
Schmerzensgeldanspruch nach § 847 Abs. 1 BGB sowie dessen Entsprechungen in einigen
Spezialgesetzen geändert werden. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Gesetzgeber
dabei den Geldentschädigungsanspruch wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung entgegen