B-Stadt täjg. Während dieser Zeit setzte er sich in vielfacher Weise für die Belange seiner
jüdischen Mitbürger ein und gründete in B-Stadt insbesondere eine jüdische Schule, um
jüdische Schülerinnen und Schüler vor in staatlichen Schulen immer stärker werdenden
Anfeindungen und Diskriminierungen zu schützen. Nach der Volksabsjmmung über den
Status des Saargebiets 1934 emigrierte er im Jahre 1935 nach Paläsjna, ohne dem Saarland
jedoch völlig den Rücken zu kehren. So folgte er etwa 1951 einer Einladung seiner
ehemaligen jüdischen Gemeinde an der Saar und haHe in dieser Zeit großen Anteil am
Wiederau|au der Gemeinde. 1976 starb Rülf in der Schweiz. Die Idee des Rabbiner-RülfPlatzes als Erinnerungsort und -zeichen wurde kreajv verwirklicht durch das Kunstwerk „Der
unterbrochene Wald“, eine Skulpturengruppe bestehend aus 40 auf die Höhe von 1,10 m
abgesägten, bronzenen Baumstämmen. Auch wenn der Platz keinen authenjschen Bezug
zur Geschichte hat, soll doch durch die zentrale Lage eine alltägliche Konfrontajon der
Bürger mit den Ereignissen der Vergangenheit ermöglicht werden. Nach den Ergebnissen
einer Umfrage der Saarbrücker Zeitung von November 2013 stand die Bevölkerung bei
der Einweihung sowohl dem Platz als auch dem Mahnmal ambivalent gegenüber, wobei
die opjsche Veränderung großenteils als posijv empfunden, die hekjsche Umgebung
des Platzes mit Blick auf die Eigenschaq als Erinnerungsort aber als problemajsch
erachtet wurde. Viele befürchteten, dass dem Mahnmal dadurch nur wenig Beachtung
geschenkt werden könne. Die genaue Bedeutung des Platzes als Erinnerungsort sowie der
Skulpturengruppe war vielen Saarbrückern nicht näher bekannt 45 vgl. Auszug aus
Busche/DiHgen, Der Rabbiner-Rülf-Platz – Ort der Erinnerung an die saarländischen Opfer
des Holocaust, theologie.geschichte, Bd. 9 (2014), hHp://universaar.unisaarland.de/journals/index.php/tg/arjcle/viewArjcle/ 649/697, vom 14.10.2015, den
Beteiligten vorab übersandt. 46 Beim Rabbiner-Rülf-Platz handelt es sich heute um eine sehr
belebte Freifläche im Zentrum S...s, die an einer Bushaltestelle gelegen ist und auch sonst
von vielen Fußgängern passiert wird. Die Funkjon des Platzes als GedenkstäHe triH aufgrund
der in ihren Dimensionen zurückhaltenden Skulpturengruppe gegenüber der Funkjon als
Bestandteil der Fußgängerzone der Innenstadt überwiegend in den Hintergrund. Schon von
daher erscheint fraglich, ob die Versammlung der Gruppe SageSa, die ab dem 13.04.2015
bis zum Tag der streijgen Versammlung am 03.08.2015 mit gleichem Thema bereits
neunmal auf verschiedenen anderen Plätzen der Landeshauptstadt abgehalten worden
war, an dem Erinnerungsort von der Bevölkerung als erhebliche Provokajon empfunden