bisher unterblieben. Nur der Landesverband Hessen ist als Verein des bürgerlichen Rechts
eingetragen.
Die SRP gewann zu Anfang ihre Mitglieder zum großen Teil aus der Deutschen Rechtspartei. In
einzelnen Fällen traten Ortsund Kreisverbände dieser Partei geschlossen zur SRP über. Die SRP
beteiligte sich von 1950 bis 1952 an Wahlen zu verschiedenen Landtagen sowie bei Nachwahlen
zum Bundestag. Sie hat hauptsächlich in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein eine
beträchtliche Anzahl von Stimmen gewonnen (z.B. bei den Wahlen zum niedersächsischen Landtag
im Mai 1951 rund 11 Prozent der Gesamtstimmenzahl) und im niedersächsischen Landtag 16 von
insgesamt 158, in der bremischen Bürgerschaft 8 von insgesamt 100 Abgeordnetensitzen errungen.
Im Bundestag war die Partei durch die Abgeordneten Dr. Dorls und "Dr. Franz Richter" (richtig:
Fritz Rößler) vertreten. Dieser hat im Zusammenhang mit einem Strafverfahren sein Mandat
niedergelegt.
Über eine Tagespresse verfügt die SRP nicht. In der ersten Zeit wurde die Verbindung zu den
Mitgliedern nur durch Rundschreiben aufrechterhalten. Vom März 1950 ab erschien wöchentlich die
"Deutsche Reichszeitung für sozialistische Politik und Reichseinheit". Sie mußte im September 1950
wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr Erscheinen einstellen. Von Januar 1950 ab gab der
Landesverband Niedersachsen 14-tägig die "Deutsche Wacht" heraus, an deren Stelle von Mai 1951
ab für die Gesamtpartei als Wochenzeitung die "Reichszeitung für nationale Opposition und
deutsche Selbstbehauptung" erschien. Sie wurde am 23. Juli 1951 von der Militärregierung für 90
Tage verboten. An ihrer Stelle wurde von August 1951 ab die "Deutsche Opposition" mit dem
Untertitel "Neue Folge der Deutschen
BVerfGE 2, 1 (23.10.1952 - 1 BvB 1/51)
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Wacht" herausgegeben. Vom 10. April 1952 ab gab der Parteivorstand "Die Information" heraus.
Abgesehen von den parteieigenen Blättern "Deutsche Wacht" und "Die Information" erschienen die
Wochenzeitungen in besonderen Verlagen, die jeweils nach dem Namen der Zeitung benannt waren
und deren Inhaber der Verleger Hans Siep war. Für die "Deutsche Reichszeitung" zeichnete als
Hauptschriftleiter Dr. Dorls, für die "Deutsche Wacht" als Herausgeber Dr. Dorls und als Schriftleiter
Wolfgang Sarg, für die "Reichszeitung" als Schriftleiter i. V. Kurt Kaufmann, für die "Deutsche
Opposition" Hans Hake. In Wirklichkeit war Hauptschriftleiter Dr. Krüger, der jedoch bei der
Entnazifizierung in Gruppe 3 eingestuft war und deshalb nicht in Erscheinung treten durfte. Für "Die
Information" zeichnete Adolf Manns verantwortlich.
Daneben gaben einzelne Landesverbände, teilweise auch Kreisverbände, Informationsblätter
heraus; so der Landesverband Niedersachsen "Niedersächsische Nachrichten", Hamburg den
"Deutschen Ruf", Schleswig-Holstein "Die Wahrheit", Rheinland-Pfalz das "Mitteilungs- und
Informationsblatt für Rheinland-Pfalz" und den "SRP-Brief", Nordrhein-Westfalen und WürttembergBaden je ein "Informationsblatt", Bayern das "Deutsche Reich", der Kreisverband Stade einen
"Informationsbrief", der Kreisverband Vechta den "Südoldenburger Vorposten".
Schließlich waren in den Kreisen der SRP auch die "FR-Briefe" verbreitet, die "Dr. Franz Richter"
(Fritz Rößler) in eigener Verantwortung herausgab. Außerdem ließ vom 1. September 1951 ab
Wolfgang Sarg eine eigene Jugendzeitung, "Die Fanfare", erscheinen, die parteiamtlich empfohlen
wurde.
Die politische Tätigkeit der SRP stand von vornherein im Bund wie in den Ländern im Gegensatz zur
Regierungspolitik. Während des Jahres 1950 verschärfte sich namentlich die Spannung zwischen
der SRP und der Bundesregierung. Die Angriffe der Partei richteten sich in steigendem Maße nicht
nur gegen die konkreten politischen Zielsetzungen der Regierung, sondern ge-
http://beck-online.beck.de/Bcid/Y-300-Z-BVERFGE-B-2-S-1-N-1
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1/31/2023