sammlung machen. Ich werde auch jetzt immer noch von wirklich ordentlichen Menschen darauf
angeredet, daß ein Herausstellen von Manns in Schaumburg-Lippe uns schaden würde, weil er so
viel getrunken und Weibergeschichten gehabt hätte.-"
Obwohl es sich hier also offenbar um einen Menschen mit Charaktermängeln handelt, wird er nicht
nur gehalten, sondern mit einem der wichtigsten Ämter betraut, weil er "der Sache treu geblieben"
ist. Manns ist Hauptschriftleiter des Informationsdienstes (vgl. oben S. 5).
d) Vereinzelt gibt es wohl auch Stimmen, die eine Restaurierung des Nationalsozialismus ablehnen.
Da diese Stimmen aber fast durchweg in Austrittserklärungen laut werden, ist schon daraus zu
schließen, daß diese Mitglieder sich in der SRP nicht durchsetzen konnten.
Der Mitgründer Gericke, der bereits im Oktober 1950 aus der SRP austrat, schreibt an Dr. Dorls am
12. Oktober 1950 (Urk. 122) zur Begründung seines Austritts:
". . . möchte ich die Bedeutung kennzeichnen, die die Aufnahme der Herren Dr. Richter und Hedler
meiner Auffassung nach für die Linie der Partei hat. Für mich ist sie die letzte sichtbare, das Bild
vervollständigende Bestätigung einer grundsätzlichen Haltung und Tendenz der Partei, gegen die,
wie Sie wissen, ich mich seit Monaten entschieden gewendet habe, der Tendenz einer eindeutigen
Restauration und Wiederbelebung der nationalistischen und nationalsozialistischen Ideologie. Die
gesamte bisherige Entwicklung der Partei (einschließlich der oben genannten Tatsache) und ebenso
sehr die praktische Leitung der Parteiarbeit durch Sie und Km. Krüger geben mir die absolute
Gewißheit, daß sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird. Die SRP ist - wie jede andere Partei nach einem ganz bestimmten Gesetz angetreten und kann und wird sich auch nur nach ihm
weiterentwickeln."
Ähnlich schreibt der bisherige Vorsitzende des Kreisverbandes Dannenberg, Walter, der den
Kreisverband Dannenberg geschlossen aus der DRP der SRP zugeführt hatte, am 18. Juni 1951
(Urk. 123):
"Ich erkläre hiermit meinen sofortigen Austritt aus der SRP. Grund: Ich bin mit der Politik der SRP
nicht mehr einverstanden,
BVerfGE 2, 1 (23.10.1952 - 1 BvB 1/51)
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da sie allmählich in ein Fahrwasser geraten ist, das ich restlos ablehnen muß. Verschiedene
Erklärungen maßgebender Parteipolitiker in der letzten Zeit aus den Reihen der SRP haben gezeigt,
daß die SRP auch den einmal versprochenen Weg nicht einhalten will. z.B. die Erklärung eines
maßgebenden Funktionärs: ‚Ich bin nie ein Demokrat gewesen und werde auch nie einer werden,
und das sogar zweimal, zeigen deutlich, wohin der Weg geht. Ich will mich nicht zum Handlanger
derartiger Politiker machen."
Der Vorsitzende des Ortsverbandes Hohenkirchen, Lützow, schreibt am 20. Oktober 1951 (Urk.
125) an Finke:
"Hinzu tritt mein immer wieder ausgesprochener Sorgenpunkt, daß wir durch alte PG
überschwemmt werden und in unserem Auftreten dadurch bestimmt werden. Mögen sie nach außen
sagen, daß sie keine Restaurierung der NSDAP wollen, sie wollen es im Grunde ihrer Seele doch
und haben noch weniger dazu gelernt als die Politiker vor 1933, denen wir das ja gerade
vorwerfen."
Mögen auch anderwärts noch besonnene Menschen in der SRP die Wiederholung der Politik der
NSDAP mit Sorge verfolgt haben, das Gesamtbild der Partei können sie nicht beeinflussen.
e) Die SRP macht zu ihrer Entlastung geltend, daß auch andere Parteien um frühere
Nationalsozialisten geworben haben. Als Beispiel hierfür hat sie einen Wahlruf des "Deutschen
http://beck-online.beck.de/Bcid/Y-300-Z-BVERFGE-B-2-S-1-N-1
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