anschließende Schriftwechsel. Am 16. Oktober 1951 (Urk. 58 e) schreibt der
Landesverbandsvorsitzende Förster an Brugger:
* Die Hervorhebungen durch Kursivdruck in Zitaten stammen vom Gericht.
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". . . Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns als Mitarbeiter zur Verfügung stehen und im
dortigen Raum unsere Sache vertreten würden. Ich brauche wohl über unsere Ziele keine
Ausführungen zu machen ..."
In seinem Antwortbrief vom 4. November 1951 (Urk. 58 c) äußert Brugger aber erhebliche
Bedenken. Er bekennt sich als PG von 1930 und hauptamtlichen SA-Führer. Wörtlich schreibt er:
"Ich bin der ‚Nazi' meines Kreises und somit politisch schwerstens belastet! *
... es wäre undiplomatisch, würde ich wieder in den Vordergrund treten!"
Er will aber doch "die Lage in dieser Gegend peilen". Förster antwortet darauf (Schreiben vom 17.
Dezember 1951, Urk. 58 b):
"Von Ihrem Schreiben vom 4. 11. d. Js. habe ich Kenntnis genommen und muß Ihnen sagen, daß
ich volles Verständnis für Ihre Lage und Ihre Haltung habe.
Andererseits aber zeigt mir gerade dieser Brief, daß Sie für unsere Sache etwas tun müssen. Ich
bitte Sie, zwei bis drei unentwegte Männer unserer Gesinnung ausfindig zu machen, die in der Lage
sind, dort in den Vordergrund zu treten und den Kreisverband Waldshut aufzubauen."
Dies Beispiel zeigt deutlich, daß die SRP bestrebt ist, schon bei der Gründung neuer Kreisverbände
deren Leitung in die Hände "alter Kämpfer" zu legen.
Im Januar 1951 setzt Remer in Göttingen einen gewissen Reich als Bezirksleiter und einen
Studenten namens Wichmann als Kreisverbandsvorsitzenden ein. Beide waren noch nicht einmal
Mitglieder der SRP, doch empfahl sich Reich dadurch, daß er in Gruppe 3 eingestuft war, und der
noch junge Wichmann dadurch, daß er 1947 wegen Teilnahme an einer Untergrundbewegung vor
einem hohen britischen Militärgericht gestanden hatte (Urk. 62, 63).
Mit besonderem Eifer hat sich der Landesleiter von Niedersachsen Finke um alte Nationalsozialisten
bemüht.
Mit Schreiben vom 9. August 1951 (Urk. 64) macht er den Be* Hervorhebung im Original.
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zirksleiter Glorius auf einen gewissen Edler aufmerksam, der Gausachbearbeiter für Beamtenfragen
bei der NSDAP gewesen sein soll. Finke erwägt, ihn als Sachbearbeiter des Landesverbands für
Beamtenfragen einzusetzen, falls er sich zum Eintritt in die SRP bereit finde.
Ein Schreiben vom 7. Dezember 1950 (Urk. 67) an Herrfurth in Holzminden empfiehlt einen Dr.
Wilhelm Rabius in Hildesheim, der alter SS-Führer und in der Lage sei, den Kreisverband
Hildesheim-Stadt zu übernehmen.
Am 7. März 1951 (Urk. 70) schlägt Finke in einem Schreiben an Dr. Quandt für denselben Posten
einen gewissen Stötzer vor, der gleichfalls alter SS-Mann gewesen sei.
Am 24. August 1951 (Urk. 68) empfiehlt Finke dem Bereichsleiter Hopp einen Herrn Assling,
Bremen, der ihm vom Internierungslager Neuengamme her bekannt sei. "Er war vor dem
Zusammenbruch Schriftleiter irgendeiner NS-Zeitung, ist sich selber treu geblieben und auch heute
noch ein Mann, der ernst zu nehmen ist ..."
http://beck-online.beck.de/Bcid/Y-300-Z-BVERFGE-B-2-S-1-N-1
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