- 15 - und verständigen Betrachter, dass im nachfolgenden Text eine an der Stadtkirche befindliche Stätte der Erinnerung und des Gedenkens erläutert werden soll. Dem ersten Satz des Informationstextes entnimmt der Betrachter den Anlass für die Mahnung an diesem Ort, nämlich eine von der Beklagten ausdrücklich als "Hohn- und Spottbild auf die jüdische Religion" bzw. "Schmähplastik" qualifizierte Darstellung an der Südostecke der Kirche, deren Charakteristikum - die Abbil- dung von Juden in Verbindung mit Schweinen, Tieren, die im Judentum als unrein gelten - anschließend beschrieben wird. Dem weiteren Informationstext in Ver- bindung mit der darin näher erläuterten in Bronze gegossenen Bodenplatte ent- nimmt der Betrachter, dass die Beklagte das an ihrer Kirche angebrachte "Hohnund Spottbild auf die jüdische Religion" zum Anlass nimmt, der jahrhundertelangen Verhöhnung, Ausgrenzung und Verfolgung von Juden bis hin zur Shoah insgesamt zu gedenken. Ihm erschließt sich, dass die Schmähplastik ebenso wie die erwähnten Judenverfolgungen im 14. und 15. Jahrhundert, das 1536 gegenüber Juden verhängte Aufenthaltsverbot und die von Martin Luther veröffentlichten antijudaistischen Schriften Ausdrucksformen eines mittelalterlichen, auch von der christlichen Kirche propagierten Antijudaismus waren, der sich über Jahrhunderte hinzog und den Boden für ausgeprägten Judenhass und den nationalsozialistischen Völkermord bereitet hat. Den inneren Zusammenhang zwischen dem an der Stadtkirche befindlichen "Hohn- und Spottbild" und dem Holocaust stellt die Beklagte dabei - für den Betrachter klar erkennbar - durch die in Bronze gegossene Bodenplatte und deren nähere Erläuterung im Nach der Erläuterung, dass sich die 1570 angebrachte reliefs "Rabini Schem Ha Mphoras" Informationstext her. Inschrift des Sandstein- auf Luthers antijudaistische Schriften "Von den Juden und ihren Lügen" und "Vom Schem Hamphoras und vom Geschlecht Christi" bezieht, weist sie den Betrachter darauf hin, dass der umlaufende und von ihr wiedergegebene mit dem Text der Bronzeplatte die Inschrift der Schmähplastik Holocaust verbinde. In diesem Text ist von dem "geschmähten Schem

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