242 Es folgte ein Link zu einem in der Online-Ausgabe der Bild-Zeitung erschienenen Artikel mit der Überschrift „Die brutalen Schläger sind Südländer“, in dem berichtet wurde, dass vier dunkel gekleidete Jugendliche, bei denen es sich nach den Angaben eines Polizeisprechers um noch nicht identifizierte Südländer gehandelt habe, mit voller Wucht auf ihr wehrloses Opfer, eine 25-jährige Frau mit blonden, langen Haaren eingetreten hätten, bis ihr das beherzte Eingreifen eines 43-Jährigen das Leben gerettet habe; dieser habe dabei ebenfalls Schläge abgekommen und sei bewusstlos geworden. 243 Im Artikel des „Fränkischen Heimatschutzes“ heißt es sodann weiter: 244 »Tagtäglich berichten wir über derartige Vorfälle, um uns abends in den Nachrichten anhören zu müssen, wie dringend wir diese kriminellen Sozialschmarotzer doch bräuchten. Frauen totschlagen, weil sie blond oder deutsch sind? Schicht im Schacht! 245 Wir fordern alle einheimischen Deutschen auf, sich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu bewaffnen und diesem Gesindel endlich zu zeigen: Bis hierher und keinen Schritt weiter! Haben SIE zudem endlich den Mut, Politikern, die ihr eigenes Volk ans Messer liefern, bei der nächsten Wahl zu zeigen, was SIE von ihnen halten. 246 Erkennen SIE endlich, daß es nichts mit Rechtsextremismus zu tun hat, wenn man Probleme in Deutschland wieder beim Namen nennt. Wenn kriminelle Ausländer ein Problem darstellen, dann hat auch jeder Mensch das Recht es zu erfahren und darüber zu reden. Hören Sie endlich damit auf, Freiheit für mutmaßliche Sicherheit zu opfern. Es wird nicht funktionieren.« 247 Wie die Angeklagte V. erkannte, brachte der Verfasser des Artikels hiermit in einer für einen verständigen, unvoreingenommenen Leser unmissverständlichen Weise zum Ausdruck, dass die Ausländer in Deutschland bloßen Schädlingen gleichzustellen seien, die auf Kosten der Allgemeinheit lebten und Straftaten zum Nachteil der einheimischen Bevölkerung begingen. 248 17. Veröffentlichung des Kommentars mit der Post-ID 86709 (Fall 33, S. 46 der Anklage) 249 Am 30. Januar 2013 wurde auf der Startseite von „Altermedia“ unter der Überschrift „Ist doch völlig Wurscht“ ein Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wurde, dass die „Holocaustgedächtnisseite“ Yad Vashem nun auch in deutscher Sprache im Internet besucht werden könne. In beißender Ironie heißt es weiter: „Der Standard, der die erfreuliche Meldung verbreitet, schreibt von wissenschaftlichen Informationen zu der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis, während die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer die der Artikel netterweise verlinkt, von rund 4,2 Millionen Opfern weiß, die mit Namen und Daten erfaßt sind. Aber die Dunkelziffer ist bekanntlich immer viel, viel höher und da ist es völlig egal, ob 1 Milliarde, 6 Millionen, 4,2 Millionen, 1 Million, 500 000, 70 000, 8563 oder vielleicht nur 50, wichtig ist doch, dass dieses unfassbare Verbrechen, sich in dieser einen Form nie wiederholt, höchstens in einer anderen“. Nach Ausführungen dazu, dass „Holocaust“ immer „mit der gesellschaftlichen Ausgrenzung und Ächtung von Menschengruppen“ beginne, „ob das nun Raucher sind, die Falschparker, die Hausfrauen, sexuell belästigte Spitzenjournalisten, Verkehrsrowdys, Übergewichtige oder Demokraten, die wegen ihrer parasitären Lebensweise vom Wähler schief angesehen werden, immer fängt es so an und endet dann irgendwann mit zen- Seite 30 von 211 -

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